Arbeitstreffen

Alle Vorträge und Ausstellungen der Willms Neuhaus Stiftung sind in unseren Publikationen dokumentiert. Bei Interesse an unseren Publikationen wenden Sie sich bitte an unser Stiftungsmanagement, siehe Kontakt

Was Spiel und Zufall mit unserem Leben zu tun hat

Prof. Dr. Jens Junge, Spielforscher

03.09.2022
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 29
Projektraum ANT

Das Spiel als künstliche Herausforderung bereitet uns auf die Zufälle des Lebens vor, es sorgt für den Optimismus, echte Herausforderungen und Konflikte lösen zu können. Es formt unsere Persönlichkeit und hält unser Verhalten und Handeln variabel. Im Wechselspiel von Chancen und Risiken des Zufalls begreifen und gestalten wir unser menschliches Leben. Der Zufall ist in zahlreichen Spielen das Würzmittel, um Ambivalenzen und Spannungen zu erzeugen, also auch Erfahrungen und Wissen in den Schatten zu stellen. Prof. Dr. Jens Junge ist Direktor des Instituts für Ludologie, Berlin.

Tetralogie 4: Was heißt spielen? Kleine Theorie des Spiels.

Vortrag von Prof. Dr. Dieter Mersch, Medienwissenschaftler und Autor

02.04.2022
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 28
Projektraum ANT

Spiele, als kulturelle Praktiken, zeigen sich in einer unerschöpflichen Vielfalt quer durch alle Kulturen. Ihrer Erfindung sind keine Grenzen gesetzt: manchmal spontan und variantenreich wie das Kinderspiel, manchmal als komplexe Aufführung wie das Theaterspiel, manchmal raumgreifend wie die großen Turniere oder rituellen Veranstaltungen. Das Spiel fügt sich daher keinem einheitlichen Begriff, so wenig wie es in seinen Möglichkeiten theoretisch erklären lässt. Der Vortrag sucht charakteristische Bestimmungen des Spiels anhand unterschiedlicher philosophischer, kulturanthropologischer, psychologischer oder mathematischer Theorieansätze zu rekonstruieren.

Tetralogie 3: Mathematik, Zufall und Wahrscheinlichkeit

Vortrag von Prof. Dr. Dieter Mersch, Medienwissenschaftler und Autor

22.01.2022
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 27/II
online

Praktiken des Spielens sind ebenso vielfältig und heterogen wie Praktiken der Rede oder des Kunstmachens. Der Vortrag arbeitet einen radikalen Begriff des Zufalls aus, der sich jeder Bemächtigung durch mathematische Verfahren oder Künstlicher Intelligenzen widersetzt – eine Dimension des Zu-Falls, der der altgriechischen Vorstellung von Tyche und Kairos nahekommt und dessen Ort die Kunst beschreibt.

Tetralogie 2: Kunst, Performativität und Ereignis

Vortrag von Prof. Dr. Dieter Mersch, Medienwissenschaftler und Autor

04.12.2021
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 27/I
Online aus dem Kupferstichkabinett, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
In Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, aus Anlass der Ausstellung „sachen m a c h e n. Tomas Schmit: Zeichnung, Aktion, Sprache 1970-2006“

Anlässlich der Ausstellung des Fluxus Künstlers Tomas Schmit im Kupferstichkabinett stellt der   Vortrag unter anderem Fragen nach dem Begriff von Kunst und den Zusammenhängen von Kunst, Spiel, Prozess und der geradezu existentiellen Rolle der Nicht-Wiederholbarkeit und des Zufalls für das menschliche Leben.

Tetralogie 1: Kunst Spiel Zufall

Vortrag von Prof. Dr. Dieter Mersch, Medienwissenschaftler und Autor
Video von Katrin Wegemann, bildende Künstlerin

28.08.2021
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 26
Projektraum ANT

Jongleure, Gaukler und insbesondere die ‚Artisten‘, die schon im Titel den Anklang an die Ars, die Kunst oder Kunstfertigkeit tragen, galten seit je, besonders aber seit dem 19. Jahrhundert als metaphorische Verkörperung der Kunstschaffenden, die sich selbst mit den Unsteten und ‚Fahrenden‘ identifizierten. Das gilt insonderheit fürs 19. Jahrhundert, als die Künstler und Künstlerinnen im bürgerlichen Zeitalter aus ihrer Fron- und Vergnügungsarbeit für den Feudaladel entlassen und freigesetzt wurden – was ein Gewinn an Souveränität, aber ein Verlust an Sicherheit bedeutete. Keineswegs bilden die Zirkusleute also eine romantische Verklärung, sondern ein zwiespältiges existenzielles Symbol, das die Kunst – als fundamentales, keine Grenze und kein Tabu scheuendes kulturelles Bedürfnis – im Ganzen trifft. Ein Zauber, sowie eine endlose Klage, eine Faszination wie auch ein Schrecken überstrahlt und verschattet damit das Selbstverständnis künstlerischer Arbeit, die dem Bürgertum eben nicht als Arbeit, sondern als Spiel galt.

Unvollendet
Fragmentarisches im künstlerischen Prozess

mit Arbeiten von Studierenden aus designkrefeld

06.12. - 19.12.2019

Projektraum ANT

Spiegelmetaphorik – Fragment

Vortrag von Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Kunsthistorikerin
und Gespräch mit Ulrike Flaig, bildende Künstlerin

14.09.2019
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 25
Projektraum ANT

Der dialogische Vortrag stellt Fragen rund um Spiegelmetaphorik und Fragment. Mit der Vertiefung von philosophischem Kontext werden sich neue Verständniszusammenhänge von Teil zum Ganzen, Verlust und Verheißung, Ganzheit und Integrität öffnen.

Fragmentierung als Prozess
Von der Poesie des Vergehens am Beispiel analoger Fotografie

Vortrag von Anja Isabel Schnapka, bildende Künstlerin

06.04.2019
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 24
Projektraum ANT

Die Künstlerin Anja Schnapka gibt Einblick in die verborgene Welt fotografischer Negative, ihre Wandlungsfähigkeit und Auflösung im Laufe der Zeit. Es entspinnt sich ein spielerischer Diskurs mit der Frage nach Wertigkeit und Befreiung und dem Zauber des Fragments als Inspiration ausdruckstarker Werke der Künstlerin.

Wildes Denken

Vortrag von Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger, Molekularbiologe und Wissenschaftshistoriker

24.11.2018
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 23
Projektraum ANT

Der Molekularbiologe und Direktor em. des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, wird in seinen Ausführungen zur Epistemologie (Erkenntnistheorie) den Moment des Wilden, des nicht Vorhersehbaren als Kern wissenschaftlich-forschenden Denkens und Planens aufzeigen. Das wissenschaftliche Experiment mit seinen Ereignissen und Vorfällen, die nicht aus den Vorgaben oder Gegebenheiten ableitbar sind, ermöglichen den Prozess der Erkenntnisgewinnung. Der Bastler, der Künstler, der Forscher – alle haben sie eines gemeinsam: Neugier und Wagemut, sich auf einen ergebnisoffenen Erkenntnisprozess einzulassen.

Akkumulation II
Zur Materialität des Zufalls

Vortrag von Prof. Dr. Knut Ebeling, Kulturwissenschaftler
und Katrin Wegemann, bildende Künstlerin

29.09.2018
11-14 Uhr

Arbeitstreffen 22
Projektraum ANT

Prof. Dr. Knut Ebeling lehrt an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Medientheorie und Ästhetik. Jüngere Studien befassen sich mit Theorien zur Materialität der Zeit, in welcher Zeiträume als Gedächtnisräume archäologisch ergraben und nicht als lineare historische Abläufe dokumentiert werden.
Die Bildhauerin Katrin Wegemann ist uns mit ihrer Arbeit im Französischen Dom zum Arbeitstreffen 20 noch gegenwärtig und die Materialität der Zeit könnte unmittelbar erlebbar werden.